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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bush empfangt Merkel auf Privatranch


Heinrich
09.11.2007, 11:48
Krisengespräch beim Barbecue

Zwanglos soll es zugehen, wenn Bundeskanzlerin Merkel am Abend mit US-Präsident Bush auf dessen Privatranch in Texas zusammentrifft. Für Lagerfeuer-Stimmung wird dennoch wenig Zeit bleiben, denn Merkel bringt eine lange Themenliste mit. Ganz oben steht dabei der Umgang mit Iran.

George W. Bush kann Angela Merkel gut leiden. Er hört der deutschen Kanzlerin gerne zu, glaubt in ihren Worten sogar Weisheit zu erkennen. Das sagte er jedenfalls nach einem von Merkels Besuchen in Washington. Er wisse nicht, ob dieses Lob ihr eher schaden oder helfen werde, fügte Bush damals selbstironisch hinzu.

Der US-Präsident weiß, sein Ruf ist - gelinde gesagt - nicht der beste. Aber auch wenn er gewiss nicht der beliebteste Mensch auf der Erde ist, politisch gesehen ist er der mächtigste. Und wenn der mächtigste Politiker der Welt zu einem Besuch auf seiner Ranch in Texas einlädt, dann ist das etwas besonderes.
Retourkutsche fürs Wildschwein-Essen in Vorpommern

In den sieben Jahren seiner Präsidentschaft hat er etwa 15 Staats- und Regierungschefs auf der abgelegenen Farm in Crawford empfangen, darunter Silvio Berlusconi, Jiang Zemin, Hosni Mubarak. Und heute eben Angela Merkel zusammen mit ihrem Mann Joachim Sauer. Es ist die Gegeneinladung nach Bushs Besuch in Mecklenburg Vorpommern im Sommer 2006. Gerne erinnert sich der Präsident an den Grillabend in Trinwillershagen zurück. Bei Merkels Besuch in Washington Anfang des Jahres sagte Bush: "Laura und ich werden dir ein Dinner ausrichten. Ob es so gut ist wie dein Barbecue, weiß ich nicht. Aber wir bemühen uns."

Angela Merkel und ihr Mann werden sich keine 24 Stunden auf der Ranch von George W. Bush aufhalten. Ein Abendessen, ein Frühstück, eine kurze Pressekonferenz und dann geht es für die Bundeskanzlerin auch schon wieder zurück nach Berlin.
Keine Lagerfeuer-Romantik

In der Abgeschiedenheit der Präsidenten-Farm wird es aber nicht nur um texanische Cowboystiefel-Romantik, Lagerfeuer und Nettigkeiten gehen, sondern auch um die großen Konflikte auf der Welt. Ganz oben auf der offiziell nicht existierenden Tagesordnung steht Iran mit seinem Atomprogramm. Merkel kommt zu einer Zeit in die USA, da dieses Thema eine beunruhigende Dynamik entwickelt hat - spätestens seit der amerikanische Präsident öffentlich über einen drohenden dritten Weltkrieg sprach.

Die Bundeskanzlerin hält eine Militäraktion gegen Iran für die schlechteste aller Möglichkeiten und setzt weiter auf Diplomatie. Aber Deutschland sei auch zu schärferen Sanktionen gegen Teheran bereit, ließ Merkel per Zeitungsinterview wissen. Es ist ein Angebot an Bush, der sich - noch - darauf einlassen will, wie er nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Sarkozy vor zwei Tagen sagte: "Die Vorstellung, dass Iran eine Atombombe hat, ist gefährlich. Deshalb ist jetzt die Zeit, das Problem diplomatisch zu lösen."
Kaum Hoffnungen auf Sitz im Sicherheitsrat

Aber Iran ist nicht das einzige knifflige Thema bei Merkels Besuch. Die Lage im Irak, in Afghanistan, in Darfur, im Nahen Osten - all dies wird zur Sprache kommen. Vermutlich auch der Wunsch der Bundeskanzlerin, dass Deutschland doch endlich einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommen möge. Bei diesem Punkt hat der US-Präsident aber bereits abgewunken: Er unterstütze Japan und sonst kein anderes Land. Angela Merkel wird nichts anderes übrig bleiben, als auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin von George W. Bush zu warten. Und am texanischen Grill ganz die bescheidene Weisheit zu geben.

http://www.tagesschau.de/ausland/merkel62.html

Heinrich
09.11.2007, 11:50
Wieder ein kleines "Grillfest", welche Themen da wohl besprochen werden?

Hooli
09.11.2007, 12:41
Ich nehme an sie werden der Reichskristallnacht gedenken :roll:
Merkel wird sich dann 10 mal dafür entschuldigen und Fragen, welchem Land sie dadurch, noch Wiedergutmachung anbieten könnte :evil:

Hexe Paula
09.11.2007, 19:11
Da verpisst sie sich, anstelle mal zwischen die Stromkonzerne zu hauen... oder aber über die Benzinpreise sich einen Kopf zu machen (kein Interesse, oder wie war das?)... vielleicht haben die in Texas eine Möglichkeit, das sie nicht mehr nach Deutschland kommt - ich bin es soooo satt!