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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schweiz: rechtspopulistische SVP gewinnt Wahl!


Heinrich
22.10.2007, 09:50
Parlamentswahl in der Schweiz entschieden
Frohlocken bei der rechtspopulistischen SVP

Der aggressive Wahlkampf der rechtskonservativen schweizerischen Volkspartei (SVP) hat sich ausgezahlt. So erzielte die SVP mit 29 Prozent ihr bestes Ergebnis seit 1919. Sie erhöhte damit die Zahl ihrer Sitze im Berner Nationalrat um sieben auf 62. Kräftig dazu gewonnen haben auch die Grünen. Sie kamen auf 9,6 Prozent und sind künftig mit 19 Abgeordneten vertreten, fünf mehr als bisher. Eine schwere Schlappe dagegen erlitten die Sozialdemokraten. Sie büßten vier Prozentpunkte auf 19,5 Prozent ein.

Ganz leichte Gewinne hatten die Wahlforscher der SVP für diese Parlamentswahlen vorausgesagt, nun sind es doch rund 2 Prozent. Für die Schweiz, wo sich traditionell wenig ändert am politischen Kräfteverhältnis, ist das viel. Dementsprechend selbstbewusst der Präsident der SVP, Ueli Maurer: "Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Wir haben eines der besten Resultate seit es dieses Wahlsystem gibt. Wir sind doppelt so stark wie die Mittelparteien und um ein Drittel stärker als die Sozialdemokraten. Ich denke, damit ist unser Führungsanspruch unterstützt worden und auf dem Niveau noch einmal zuzulegen, das war nicht einfach.“

Ein Anteil an Wählerstimmen von fast 29 Prozent - gelungen ist das der Schweizerischen Volkspartei mit einem aggressiven Wahlkampf, dessen Hauptthema die Ausländerpolitik war. Mit einem inzwischen sehr berühmten und von der UNO als rassistisch gerügten Plakat, auf dem drei weiße Schafe ein schwarzes Schaf von der Schweizer Fahne drängen, und mit dem sie für die Ausweisung von kriminellen Ausländern aus der Schweiz wirbt, hatte die SVP ihr Thema gesetzt.

So hart war noch nie ein Wahlkampf in der Schweiz

Anfang Oktober kam es zu gewalttätigen Krawallen: Linksradikale Randalierer stoppten in Bern einen SVP-Demonstrationszug – in dieser Härte war nie zuvor in der Schweiz ein Wahlkampf geführt worden. Wichtigste Figur in den Reihen der SVP ist Christoph Blocher, er sitzt als Justizminister in der Regierung, ist Unternehmer und Milliardär und hat – so wird gemutmaßt – die SVP-Wahlkampagne maßgeblich mitfinanziert.

Genau weiß man das nicht, denn es gibt keine Transparenz in Sachen Parteienfinanzierung in der Schweiz. Blocher hatte zudem Schlagzeilen gemacht, als er kolportierte, seine Kollegen im Bundesrat würden einen - so wörtlich - "Geheimplan" aushecken, um ihn im Dezember aus der Regierung abwählen zu lassen.
Wird es weiterhin eine Allparteienregierung geben?

"Geheimplan" oder nicht, dazu wird es nun wohl kaum kommen. Die SVP hat seit 2003 einen zweiten Sitz in der Regierung und den wird sie wohl behalten. Die Schweiz ist eine Konkordanzdemokratie, das heißt, sie wird in einer Allparteienregierung von den vier größten Parteien des Landes gelenkt. Die wichtigste Frage ist nun: Wird die SVP zu dieser Konkordanz stehen oder wird sie fordern, dass die Sozialdemokraten, die großen Verlierer dieser Wahl, aus der Regierung ausgeschlossen werden?

Doch Präsident Ueli Maurer sagte, die SVP stehe zur Konkordanz: "Die Schweiz kann nur in Konkordanz regiert werden, etwas anderes ist nicht möglich." Das heißt zunächst: Am spezifisch schweizerischen System wird vorerst nicht gerüttelt und das heißt auch, es gibt weiterhin keine festgelegten Koalitionen, sondern die Regierung muss von Fall zu Fall kollegial immer neu zu einem Konsens finden. Das limitiert die Macht der SVP.
Grüne wollen nicht mit Blocher zusammenarbeiten

Die anderen Partei-Präsidenten plädierten am Wahlabend dafür, zurückzukehren zu den Sachthemen. "Ich glaube, wir sollten uns einige Ziele setzen und die sollten wir jetzt lösen", sagte Fulvio Pelli, Präsident der ehemals größten Schweizer Partei, der FDP, die weiter verloren hat.

Großer Gewinner der Wahl sind die Grünen. Ihre Themen waren der Klimaschutz oder die Forderung nach Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Es wird - obwohl sie die vorhergesagten zehn Prozent nicht erreicht haben - erwartet, dass sie nun einen Sitz in der Regierung einfordern werden. Allerdings sind sie nicht bereit, mit SVP-Mann Christoph Blocher zusammenzuarbeiten. "Ich sehe einfach nicht, wie er mit uns übereinstimmen soll. Wenn er zum Beispiel signalisieren würde, dass er auch für die Gleichberechtigung ist, dann wäre mir das recht, aber das hab ich noch nicht gesehen", sagte Ruth Genner, Präsidentin der Grünen.

Am 12. Dezember wählt das neue Parlament die Schweizer Bundesregierung, die Diskussionen um diese Wahl haben jetzt erst richtig begonnen.

http://www.tagesschau.de/ausland/schweiz16.html

Heinrich
22.10.2007, 09:51
Meine Glückwünsche an die Schweizer, die sich von der medialen Hetzjagd gegen die SVP nicht haben beeinflussen lassen!

Albatros
22.10.2007, 10:29
"Fremdenfeindlich", "rechtspopulistisch" - diese Vokabeln kommen in jedem Kommentar der gleichgeschalteten deutschen Presse zum rfolg der SVP vor.

Die Begriffe, die wirklich passen würden, sind: volkstümlich, im Sinne der Schweizer, inländerfreundlich.

Die Forderung der SVP, kriminelle Ausländer auszuweisen, ist selbstverständliche Praxis in nahezu allen Staaten der Welt; - nur für die Staaten, in denen Menschen deutscher Sprache leben, soll dieser Grundsatz nicht gelten?!

Hooli
22.10.2007, 10:47
Die haben doch vorher auch schon regiert. Jetzt haben sie hat 2,6% mehr Stimmen.
Doch leider haben sie nicht die alleinige Mehrheit, schade.

Igni et Ferro
22.10.2007, 15:07
Die Nationalrats- und Ständeratswahlen sind das eine, danach wird aber von den Gewählten erst der Bundesrat gewählt, also sozusagen die Regierung. In der Schweiz regiert schon lange eine Art Allparteienkoalition, Konkordanz nennt man das, und wer einmal als Bundesrat gewählt ist, bleibt es lange. Das Wahlergebnis schlägt sich prozentmäßig nicht genau in der Regierung nieder.

Durch die Stärkung der SVP dürfte es jetzt aber für die eine oder andere Volksinitiative leichter werden, durchzukommen. Man wird das an der Auschaffungsinitiative sehen können, hoffentlich. Nicht vergessen sollte man auch, daß die SVP gegen den EU-Beitritt ist, ebenfalls eine gute Sache!

Es ist noch langer Weg bis hin zu wirklich praktischen Auswirkungen für die Schweizer. Leider fehlt uns eine solche Partei in Deutschland, aber immer mehr Menschen erkennen die Probleme und irgendwann wird sich auch bei uns der Wind drehen. Ein Problem ist bei der SVP die totale Fixierung auf Blocher, auch wenn eine starke Persönlichkeit unverzichtbar für eine erfolgreiche Partei ist.

Deimos
22.10.2007, 16:27
Jedenfalls haben die Sozis eingebüßt. Ein Trend, der sich europaweit fortsetzen sollte, bis die Sozis nur noch eine marginale Größe sind, wie es ihnen bei der derzeitigen "Politik" auch zusteht.

Aber, wenn die SPD hierzulande in Sachsen bei 9% liegt, also NACH der NPD, wird es zu einer Verbrüderung mit "Der Linken/WSAG"-Einheitspartei kommen, um an den Freßtöpfen zu verbleiben.

Es kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf.

Ich frage mich ohnehin, warum man die SED nicht wiederbelebt.

Igni et Ferro
22.10.2007, 16:34
Jedenfalls haben die Sozis eingebüßt. Ein Trend, der sich europaweit fortsetzen sollte, bis die Sozis nur noch eine marginale Größe sind, wie es ihnen bei der derzeitigen "Politik" auch zusteht.

Aber, wenn die SPD hierzulande in Sachsen bei 9% liegt, also NACH der NPD, wird es zu einer Verbrüderung mit "Der Linken/WSAG"-Einheitspartei kommen, um an den Freßtöpfen zu verbleiben.

Es kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf.

Ich frage mich ohnehin, warum man die SED nicht wiederbelebt.

Weil dann Schäuble seinen Namen in Erich Mielke ändern müßte?

Deimos
22.10.2007, 16:38
Schäuble ist ein Psychopat, der ferngesteuert als "CDU"-Mitglied an den Strippen zieht. Er hat also mit den Sozis (jedenfalls öffentlich) nichts am Hut, - es sei denn, man vereinigt die CDUCSUGrüneFDP gleich mit der anderen Hälfte der Politokratie zur "APfddBuD", Auflösungspartei für die deutsche Bevölkerung und Deutschlands".

Volksfront
23.10.2007, 15:14
Solch eine Partei wie die SVP könnten wir auch in Deutschland gebrauchen.

Igni et Ferro
23.10.2007, 16:04
Solch eine Partei wie die SVP könnten wir auch in Deutschland gebrauchen.

In deutschland würde eine Partei wie die SVP sofort vom VS unterwandert. Sollte der VS leicht beeinflussbare Parteimitglieder finden, so wäre es gefundenes Fressen, diese als radikale und zerstörerische Meute zu benutzen, sollte es dennoch Schwierigkeiten geben diese zur Ausführung von Sachbeschädigungen zu verführen, so würde der VS schnell selber welche inszenieren und es dieser Partei in die Schuhe schieben. Dann würden andere Parteien sofort ein Verbot dieser partei fordern, ggf. vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern, weil herauskommt, das der VS Straftaten durchführte und es dieser Partei anlastete.
Das kommt dir bekannt vor?
Nun, dies mag daran liegen, das man in Deutschland demokratisch gewählte Parteien und Politiker am liebsten verbieten und wegsperren würde wenn diese nicht wie die Gutmenschen ins selbe Horn stoßen, sondern die echten Probleme dieses Staates ansprechen.